Yoga

Loslassen

Loslassen – ein wiederkehrendes und umfassendes Thema, das mich begleitet, seit ich Yoga praktiziere. Es gab Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, loslassen zu müssen, wie in einem Pflichtprogramm. Anstrengend und ohne Einfühlungsvermögen. Doch es war mein Weg, den ich gegangen bin und der rückblickend für mich richtig war. So wie ich mich in meiner Meditationshaltung vor und zurück wiege, um meine Mitte zu finden, bin ich das Thema „Loslassen“ aus verschiedenen Richtungen und teilweise extremen Gegensätzen angegangen, um mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in meiner Mitte wiederzufinden. Heute erlebe ich nicht mehr ein Gefühl von MUSS, das sich wie Härte und Kälte anfühlt. Es handelt sich um einen weichen fließenden Vorgang, wie das Atmen. Ich darf loslassen, mit einem Lächeln und meinem Atem. Meine Ausatmung unterstützt mich oft, mich dem Fluss des Lebens hinzugeben. Die Gedanken, nicht loslassen zu können, nicht bewusst genug zu sein, die Idee von Mangel oder Änderungsbedarf habe ich losgelassen – welche wunderbare Ironie. Ich finde mich häufig in Situationen wieder, in denen ich mich frage: Was macht das mit mir? oder Möchte ich wirklich darüber nachdenken und mich womöglich ärgern? Dadurch erlebe ich ein ums andere Mal: Es liegt an mir, wie ich mit solchen Situationen umgehe. Ob es etwas mit mir macht, hängt davon ab, was ich zulasse oder eben loslasse. Ein weiterer Aspekt, mit dem ich mich erst seit kurzem befasse, ist „das passive Loslassen“, in Form von Losgelassen-Werden. Als ich das erste Mal damit konfrontiert wurde, hatte es etwas Bedrohliches. Es barg das Gefühl, zurückgelassen zu werden. Jedoch ging es um etwas Anderes. Es ging darum, losgelassen zu werden von überholten Glaubenssätzen, zu strengen Regeln oder Zwängen. Welch wunderbare Vorstellung!